Der Sadist

Der Sadist

Der Sadist bekommt einen eigenen Artikel. Mir liegt das Thema sehr am Herzen, da ich selbst einmal die unschöne Erfahrung machen musste, an einen zu geraten.

Mein Sadist kam erstmal als Hedonist rüber. Er hatte nicht viel Erfahrung im BDSM Bereich und war gerade frisch getrennt (nach 7 Jahren Vanilla-Beziehung). In mir fand er die Erfüllung. Während unseres ersten Dates, nahm er den Holzspieß aus seinem Drink und drückte ihn mir unter den Nagel. Es war sehr schmerzhaft aber auch extrem reizvoll. Er war gebildet, gut aussehend, wortgewandt alles in allem ein Mann zum Verlieben.

Bei unserer ersten Session befahl er mir mir einen Stock auszusuchen, mit dem er mich schlagen wollte. Nun waren das aber keine normalen, biegsamen Rohrstöcke, sondern lackierte Deko-Bambusstöcke. Sie waren nicht flexibel, eher brachen sie. Er schlug mich grün und blau. Ich fühlte mich gefordert, herausgefordert. Ich hatte vorher nie einen Herren, der mir und meinem Dickkopf standhalten konnte. Da war er nun.

Er ließ mich stundenlang auf Fliesen knien und verließ die Wohnung, natürlich nicht ohne vorab eine Kamera zu installieren. Er gab mir einen für meine Verhältnisse viel zu großen Plug und schloß mich im Bad ein, bis ich ihn installiert hatte. Ich durfte bei Sessions nicht zucken, was gerade bei starkem Schmerzreiz extrem schwer ist.

Er gab mir kein SafeWord, als ich ihn danach fragte antwortete er „dein Safeword ist die Tür, wenn du nicht durchhältst, dann geh“.

Er brach mir einen Zeh, weil er mich bei der Bastonade nicht richtig sicherte.Er schlug mich ohnmächtig, aufgrund der High Heels verstauchte ich mir den Knöchel.Er liebte es mich vorzuführen. Zu zeigen, wie viel ich für ihn einstecken konnte. Mit der Zeit waren Sessions zuhause nicht mehr möglich, da ich derartig laut schrie und weinte. er nahm keine Rücksicht auf empfindliche Körperzonen, wie Gesicht, Nieren oder Hände.

Sex war nebensächlich geworden. Ich wollte nicht aufgeben, mich nicht geschlagen geben. Bis zu einem ausschlaggebenden Abend.

Wir waren auf einer großen Veranstaltung und er verlieh mich an einen Herren, den er kaum kannte und verschwand in der Menge. Der Herr stellte sich vor mich und begann seine Metallkrallen (als Ringe am Finger) von der Schulter an den Armen herunterzuziehen. Das Ganze fing sofort an zu bluten. Ich war so erschrocken, dass ich mich erstmal auf den Boden fallen ließ.

Doch das interessierte ihn nicht. Er nahm mich und tauchte mich immer wieder im hauseigenen Swimmingpool unter Wasser. Mich ergriff die bloße Panik. Ich hatte wirklich Angst.

So geht man mit einer fremden Sub nicht um. Wenn ich mein Gegenüber nicht kenne, lote ich langsam Grenzen aus. Ich kam damals nicht aus der Situation und erst mein eigener Herr befreite mich. Ich weinte und war an dem Abend zu nichts mehr gebrauchen. Der Sadist entschuldigte sich. Diesmal nahm ich die Entschuldigung nicht an.

Bitte bitte, seid vorsichtig mit Sadisten. Wenn ihr nicht masochistisch seid, werdet ihr in einer solchen Person niemals euer Glück finden. Und ihr wisst nie, wann aus Spiel Ernst wird. Sadisten empfinden Erregung wenn Sie euch quälen, die Reizschwelle wird mit der Zeit immer höher. Auch wenn das Ego meint, ihr würdet das schon aushalten-ihr müsst niemandem etwas beweisen. Sagt Stop und zieht die Reißleine wenn es zu viel wird.

Für mich war es nicht der erste Sadist, tatsächlich war eine meiner ersten BDSM Erfahrung durch einen Sadisten geprägt. Aber es war einschneidend und ich habe durch ihn eine Menge gelernt. Vor allem, was ich nicht zu akzeptieren bereit bin.