Ein Date mit einem Millionär Part 2

adult-1869791_1280

Der Gentleman beendete seine offene Beziehung am nächsten Tag. Alles ging sehr schnell, er wollte mich am liebsten 24 Stunden um sich haben. So nahm er mich mit auf Geschäftsreisen, brachte mich im selben Hotel unter um mich zumindest am Morgen und am Abend sehen zu können.

Ich war unendlich verliebt. Endlich hatte ich gefunden, wonach ich gesucht hatte. Ein dominanter Gentleman der alten Schule. Das Geld lehnte ich zunächst komplett ab. Natürlich lud er mich zum Essen ein und auch ins Hotel. Das war in Ordnung. Aber immer wieder versuchte er mir auch Geld zuzustecken. Da ich, wie bereits erwähnt zeitweise als Escort gearbeitet hatte, widerstrebte mir das im doppelten Sinne. Nachdem wir uns 2 Wochen kannten saßen wir am Abend zusammen in einem wirklich schönen Hotel. Ich hatte gerade meinen Job gekündigt und hatte etwas Zeit vor Beginn der neuen Stelle. Er sah mich an und meinte ich sei urlaubsreif. Er fragte mich ob ich ein Wunschziel hätte. Ich verneinte und machte ihm klar, dass ich nicht möchte, dass er mich auf einen Urlaub einlädt. Der Gentleman meinte, dass das Thema jetzt beendet sei. Er würde etwas organisieren und mir morgen mitteilen wo es hingehe. Gesagt getan. Am nächsten Tag erreichten mich 2 Reisetickets nach Ibiza, ich solle gerne mit einer Freundin fliegen, da es ihm zeitlich nicht möglich sei mich zu begleiten.  Es sollte 4 Tage später los gehen. Meine Freundin Lisa war zunächst überfordert, wir freuten uns dann aber beide doch sehr auf den Urlaub. Am Abend vorm Abflug gab mir der Gentleman einen Briefumschlag, er enthielt eine Menge Bargeld, wir wollen damit was Schönes machen.

Lisa und ich flogen also nach Ibiza, das Hotel war toll und wir hatten Vollpension. Die Insel eroberten wir mit dem Bus, zu Fuß und per Anhalter. Das Geld kam in den Hotelsafe. Nach 3 Tagen hatten wir es immer noch nicht angerührt. Der Gentleman schrieb mir täglich Nachrichten und fragte dann auch immer wieder was wir denn jetzt damit gemacht hätten. Irgendwann merkte er wohl, dass ich nichts davon ausgegeben hatte. Er wies mich dann sehr eindringlich darauf hin, dass er sehr verärgert sei, wenn ich das Geld wieder mit nach hause bringen würde.

Nun gut. In den folgenden Tagen liehen wir uns einen Smart, machten einen großartigen Reitausflug und gingen zum Sonnenuntergangs-Standup-paddlen. Wir kauften uns ein paar schöne Kleider und Sonnenhüte. Als wir am letzten Tag zurück zum Flughafen wollten, nahmen wir den Bus. Der Gentleman hatte vergessen zu erwähnen, dass er einen Fahrer organisiert hatte, den wir vorab noch verwundert beobachtet hatten ;).

Nach dem Urlaub folgte ein teurer Wagen und viele Events, die sonst fernab meiner Budgetliste waren. Der Gentleman erzählte mir am Anfang von all den Dingen die er ausprobieren wollte. Nach der langen Ehe, in dem Sex absolut nebensächlich war und er in den letzten Jahren nahezu gar keinen mehr hatte, erschien mir das nachvollziehbar. Ich hatte mich vorab ausgetobt und hätte auch monogam leben können, aber er wollte Gas geben, also war ich dabei. Ich organisierte zu seinem bald folgenden Geburtstag einen Dreier, der allerdings fürchterlich daneben ging, da er schlichtweg mit der Situation überfordert war. Er wollte möglichst jedes Wochenende auf irgendeine BDSM oder Swinger Veranstaltung. Ich folgte ihm entspannt. Als es sich dann das erste Mal auf einer Party ergab, dass ich Sex mit einem anderen Mann hatte, rastete er aus. Er wurde wütend, maßlos. Ich war verwundert. Mir ist körperliche Eifersucht fremd, wenn ich Jemanden liebe und mir seiner Liebe sicher bin, habe ich kein Problem ihn körperlich zu teilen, denn ich weiß, dass ich mir seiner sicher sein kann. Andersrum ist es genauso. Nun einigten wir uns also darauf, dass er aufgrund seines erheblichen Nachholbedarfs erstmal dürfe, ich allerdings nur sehr eingeschränkt. Auch das konnte ich erstmal akzeptieren, da es mich eh nicht zu anderen Männern hinzog. Auf den Parties hatte er trotzdem nie etwas mit einer anderen Frau, auch wenn ich sie ihm quasi anschleppte (denn auch ich mag Frauen). Das ehrte mich, aber es frustrierte mich auch mit der Zeit. Denn die Parties waren mit einem hohen zeitlichen und finanziellem Aufwand verbunden. Und um einfach nur zu tanzen und mich zu unterhalten, muss ich nicht quer durch die Republik reisen.

Irgendwann deutete er an, dass er vielleicht doch monogam sei. (Das war mir schon deutlich länger klar). Und ich begann die Schwächen zu sehen, neben einem nicht unerheblichen Alkoholproblem war mein Gentleman im Kern sehr unsicher und alles andere als gefestigt. Ich war ihm überlegen- viel zu sehr. Und darunter litt unser BDSM. Am Anfang hatten wir schöne Sessions, er war Anfänger, also war ich handzahm. Mit der Zeit begann ich aber die Grenzen auszutesten, was ihn überforderte. Er war teilweise einfach hilflos. Ich hielt mich einmal nicht ans Verbot der Selbstbefriedigung. Er redete 3 Tage nicht mehr mit mir. Das ist unverhältnismäßig und nicht zielführend (ich poste später mal ein Foto davon was passiert ist, als ich bei meinem jetzigen Herren mal getestet habe was dann passiert).

Unsere Beziehung wurde immer normaler. Er wollt recht bald, dass ich bei ihm einziehe und meine Wohnung aufgebe. Ersteres tat ich, Letzteres nie. Auch hier war ich geduldig, ich wollte ihm Zeit geben zu wachsen. Auch wenn der BDSM-Mangel langsam unangenehm wurde. Stattdessen quälte ich mich beim Sport und brachte mich wenigstens dort an meine körperlichen Grenzen. Ich liebte diesen Mann und ich war bereit eine Menge für ihn zu akzeptieren. Wir gingen immer noch auf Parties, aber ich ging komplett ohne Erwartungshaltung, so wurden es auch ohne Sex nette Abende. Das Leben war bequem geworden, ich hatte keine Geldsorgen mehr, aber ich verlor mich. Er kleidete mich komplett neu ein und überhäufte mich mit Geschenken. Anfangs war es wie bei Pretty Woman, da brauchte ich auch Sachen. Aber nach dem 20. Pullover, der 30. Hose und dem Golfset mit dem ich nicht spielte war es einfach zu viel. Ich wollte keine weiteren Dinge, ich wollte ihn. Und er verlor sich mehr und mehr. Arbeit war alles, dazu eine nicht aufgearbeitete, wenig schöne Kindheit und ein Hang zur Melancholie. Und die Unfähigkeit über Negatives zu reden. Nach der Trennung legte er viele Dinge offen, die ihn bewegt hatten. Leider hatte er mir in der Beziehung nie davon erzählt und ich bin wirklich niemand, der nicht etliche Male gefragt hätte.

Ich habe eine extrem gute Intuition und ich wusste, dass es Probleme gibt, aber er wollte damit einfach nicht raus rücken. Wir verbrachten großartige Urlaube miteinander, an Orten und für Beträge, die ich mir wahrscheinlich erst in 10-15 Jahren hätte leisten können. Und ich bin ihm dankbar für das Alles, aber irgendwann ging es einfach nicht mehr. Ich musste raus aus der Überladung, aus der Anspannung, der Unwissenheit, welche Stimmung mich heute wieder erwarten würde, wenn ich nach hause komme. Und ich ging nicht mehr zurück.

Für ihn war das eine Katastrophe. Aber wenigstens begab er sich jetzt in Therapie und arbeitet die Dinge auf, die ihn so lange belasteten. Ich konnte wieder Luft holen, hatte glücklicherweise noch meine Wohnung, musste mich aber trotzdem sehr umstellen. Ich gab ihm das Auto zurück und stand nun vor der Aufgabe mich inventartechnisch von 170 auf 35 Quadratmeter zu reduzieren, aber auch das ging irgendwie. Ich habe jetzt weder ein Auto, noch eine goldene Visa, trotzdem habe ich die Entscheidung nie bereut.

Ich war nun wieder Single, irgendwie. Und ich fühlte mich einsam und zeitweise vermisste ich all den Glamour. Es zog mich in den Joyclub, ich wollte endlich wieder Führung. Und dann begann alles mit einer einzigen kurzen Nachricht…

Eine Antwort auf „Ein Date mit einem Millionär Part 2“

  1. Am Ende war es eben doch kein Roman sondern eine gewöhnliche Beziehung.
    Er meinte zu Beginn wohl, dass es BDSM sei, was er bisher vermisst habe in seiner Beziehung. Letztlich war es wohl doch etwas anderes, was natürlich schade für dich war.
    Ich bin gespannt wie es weitergeht 😊

Kommentar verfassen